Wir feiern die Expedition 2011!

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Beim KLUB DIALOG und im Saal der Stauerei geht es jetzt schon zu wie in einem Bienenstock – die Eventplanung geht in die letzte Runde!

Die Bühnenshow steht, das Magazin wird gerade gedruckt, der Film geschnitten und die Ausstellung geplant. Wir freuen uns riesig auf nächsten Samstag, wenn wir alle Teams, ihre Gäste aus dem europäischen Ausland und Euch ab 18Uhr in der Stauerei versammeln, um einen informativen, anregenden, lustigen und schönen Abend zu haben!

Post aus Brighton

Laura Brandt, Kreativnomaden

Als hätt ich es geahnt, hat unsere englische Flaschenpost wirklich bereits kurz nach uns das Ufer erreicht – der steifen Brise an der Nordsee sei dank. Jedenfalls freuen wir uns riesig über die Antwort von Charlie aus Brighton, der unsere Flasche gefunden und geköpft hat! Das Ergebnis hat er uns dann auch ganz stolz direkt per Foto mitgeteilt, noch am selben Tag ging seine email bei Ina ein. Charlie ist 26, kommt aus der Nähe von Brighton und fand unsere Flaschenpost, als er gerade mit seinem Hund und einem Freund zum Sonntagsspaziergang am Strand unterwegs war. Als Finderlohn gabs für ihn Infos zur Expedition, Sticker, einen “Bremer Babbeler”, eine Stadtmusikanten-Postkarte und ein paar Fotos per email.

Obwohl ich nun schon wieder in Bremen und der Arbeitswelt angekommen bin, war es sehr schön nochmal aus Brighton zu hören- und die Bilder der Expedition bleiben so noch ganz präsent in meinem Kopf!

Goodbye Brighton – Goodbye EXPEDITION!

Laura Brandt, Kreativnomaden

Das war´s nun also…mit dem Abschied aus Brighton verabschieden wir uns auch von unserer Expedition. Zehn aufregende, aber auch anstrengende Tage liegen hinter uns. Nun sitzen wir am Gate in London-Standsted und warten auf unseren verspäteten Ryanair-Flieger, der uns zurück in die Heimat bringt. Dies ist unser sechster Flug in zehn Tagen – was es am 10. Jahrestag von 9/11 und von London aus auch nicht gerade angenehmer macht… Weiterlesen

Über bohemian Brighton und eine Konferenz, die keine ist.

Laura Brandt, Kreativnomaden

Nach einer kleinen Odysee am Flughafen in London-Heathrow (Flieger hatte Verspätung, die WK-Kolumne musste dringend rausgeschickt werden, aber weit und breit kein Internetzugang möglich…noch dazu Majos Akku leer, was schlecht war um herauszufinden, wo wir unseren Mietwagen abholen sollten…) kamen wir schließlich gegen Abend im alten Seebad Brighton an. Schnell im Hotel eingecheckt mussten wir uns erstmal wieder an den britischen Standard gewöhnen:

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Brighton will mich nicht – “I believe in” Performance Teil 3

Katrin Bretschneider, Kreativnomaden

Ich bin frustriert. Auf der letzten Station unserer Reise geht nicht viel. Zwei Termine hatte ich im Vorfeld abgemacht: Jamie Wyld vom Lighthouse Digital Art Festival und Julianne Pierce von der der Performance Gruppe Blast Theory wollten sich mit uns treffen bzw. uns zu ihrer Show einladen – beide reagieren auf keine e-mails mehr.

Den für mich spannenden Ort Basement, ein Veranstaltungs- und Koproduktionsort für Live Art Performance hatte ich eigentlich zuhause schon abgehakt, weil angeblich bis Mitte Oktober niemand da sei. Als ich zufällig dort vorbeigehe, stellt sich heraus, dass dort sehr wohl Betrieb ist. Ich gehe rein und versuche spontan ein Treffen zu arrangieren. No way – alle sind extrem busy hier in Brighton. Ich bin wirklich ernsthaft frustriert, weil ich persönlich mir von Brighton die konkretesten Kontakte für meine Arbeit erhofft hatte. Hier passieren Dinge die mich wirklich interessieren und niemand will mit mir reden.

Auch meine “Show hat you believe in” Performance, die ich dieses Mal auf dem windgepeitschten Palace Pier zeige, findet ein jähes Ende. Ein Secrurity-Mann sagt zu mir: “We don´t believe in Angela Merkel, we don´t believe in holy wars, we don´t believe  in angels here. We do not believe in in any political or religious things. Ich schweige lächelnd und versuche es mit einem letzten Schild: “I believe in H&M”  – Der Brite bleibt höflich aber bestimmt und bittet mich zu gehen. Tschüss Brighton.

Matt McGuire in Brighton

Majo Ussat, Kreativnomaden

Was hat es mit der bekannten Kreativszene in Brighton auf sich? Um dies zu erfahren, trafen wir uns mit dem Schriftsteller und Drehbuchautoren Matt McGuire in einem urigen Pub in dem Künstlerviertel Brightons.

Matt lebt schon seit 18 Jahren in Brighton und schätzt hier das tolerante und kreative Klima. Wir groß Brighton eigentlich ist, konnte er nicht beantworten aber dafür kennt er den Schlag Leute, die überall aus dem Land hierher strömen, sehr gut: „Es sind Tagelöhner, Freelancer, Lebenskünstler!“ beantwortete er unsere Frage. Um diese These zu bestätigen, gab er uns ein sehr greifbares Beispiel: Als vor ca. 8 Jahren der alte Westpier an einem „stinknormalen“ Dienstag- oder Mittwochmorgen auf einmal Feuer fing und dort im Meer so langsam abbrannte, sammelten sich nach und nach ca. 150.000 Menschen an dem Pier um das Ereignis live zu verfolgen. “Stellt Euch einmal vor, wer könnte in einer anderen Stadt einfach so am Dienstagmorgen seine Arbeit verlassen und an den Strand runter gehen?” Hier aber sind die meisten Selbstständig und Frei und da kommen dann schon mal 150.000 Leute an einem Wochentagsmorgen zusammen.

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Adeus Lisboa

Britta Seidl, …in progress

Es ist, als hätte uns die Stadt leise tschüss sagen wollen. Als wir heute erwachten, war es schwülwarm, und eine Dunstwolke legte sich über die Stadt. Ihre Strahlkraft schien auf einmal verschwunden.Das warme, blendende, aber auch sanfte Licht fehlte. Auch vom Miradouro aus wirkte sie dumpf, grau in grau, verschleiert. Es nieselt, und die Facetten Lissabons wirken auf diese Art viel trister. Paßt dieses Bild besser zur Stadt? Und dennoch ist es sonderbar, aufzubrechen und zum Abschluß dieser Expedition zu kommen… Schwermut macht sich breit.. oder einfach weiter ziehen? Im Mund noch ein Schluck köstlicher Portwein, in der Nase der dreckige, strenge Geruch der Stadt, der sich aus gegrilltem Fisch und Abfall zusammensetzt,… die letzten Bilder der Stadt tragen uns erneut vorbei an den Meisterwerken der Initative Crono.. aus dem Auto nur ein kurzes Erhaschen der Gebäude, wie sie im Passieren wohl nur wahrgenommen werden können…wir sind froh, uns zu Fuß die Zeit genommen zu haben, Ihnen Raum zu lassen, damit sie wirken…
Im Flieger tanzen so viele Bilder der Expedition in den Köpfen. Lächeln huscht über das Gesicht. Eine besondere Reise. Über Schiphol nähern wir uns Bremen… Und wieder Ernüchterung.. wir betreten die Halle der Flughafens, und aus Regines und meinem Mund ertönt einstimmig- “irgendwie so…steril”… Angekommen… aber der Kopf arbeitet weiter, und das ist gut so! …in progress ; )

EXPEDITION goes Asia – auf Wiedersehen, Istanbul!

Laura Brandt, Kreativnomaden

Während unsere zweite Flaschenpost hoffentlich auf hoher See weiter Richtung Asien treibt, sitzen wir bereits im Flieger nach London – Zwischenstop in Bukarest. Wir hatten 4 unglaubliche Tage in dieser wundervollen Stadt, die so ganz anders ist als das, was ich bisher gesehen hatte. Kaum Zeit zum innehalten und zu groß, um sie komplett zu begreifen, haben wir nach so kurzer Zeit nur eine grobe Ahnung davon, was Istanbul tatsächlich alles zu bieten hat. Dennoch hatten wir dank vieler netter Menschen die Chance, einen tollen Einblick zu bekommen und liessen es uns auch hier nicht nehmen, uns gestern Abend bei Sonnenuntergang über dem Bosporus von der Türkei zu verabschieden – diesmal sogar von Asien aus!

 

Allah’a ısmarladık Istanbul!

Majo Ussat, Kreativnomaden

Das war Istanbul! Im Flieger über Rumänien bemerke ich, wie meine Gedanken noch in dieser aufregenden Stadt gefangen sind. Die Stadt der Gegensätze: zwischen Asien und Europa, Orient und Okzident, zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer, zwischen Koran und Bibel, zwischen Diktatur und Freiheit, zwischen der Vergangenheit und der Zukunft… Ich bin sicher, diese Liste ließe sich noch endlos weiter führen. Weiterlesen

“I believe in” Performance – Teil 2: Istanbul

Katrin Bretschneider, Kreativnomaden

Das mit dem Glauben ist so eine Sache hier. Schon während ich meine Schilder zusammenpacke merke ich, dass mir etwas mulmig ist. Verdammte Axt – diese Islam-Angstmacherei funktioniert bei mir besser als ich dachte. Egal. Ich packe meine Flügel und meine Schilder zusammen, Laura nimmt die Kamera und auf geht´s zur Uni – wir denken, das ist vielleicht ein guter, liberaler Ort… Weiterlesen

Manzara Istanbul – Eine Erfolgsgeschichte

Katrin Bretschneider, Kreativnomaden

Nachdem wir am Mittwoch die Istanbuler Galerieszene unsicher gemacht haben, war es heute an der Zeit, ein erfolgreiches Kreativ-Wirtschaftsunternehmen kennenzulernen. Wir treffen Dirk Schäfer von Manzara Istanbul – eine Art individualtouristisches Gesamtkunstwerk: Manzara besteht aus mehreren vom Gründer und Architekten Erdogan Altindis toll gestalteten Appartements in der Nähe des Galataturms, einem Café, einer Galerie und alternativen Stadtführungen.  Weiterlesen

Farbe vs. Grau

Ole Schiesser, …in progress

Lissabon, was machen wir mit dir? Es will sich einfach kein geschlossenes Bild von dir ergeben.
Die Straßen sind gefüllt mit Touristen. Das Wasser ist erst abseits der Innenstadt zu erreichen. Der Wohnraum ist zu teuer, steht daher leer. Viele Gebäude sind dem Abriss überlassen. Und daran knüpft die Initiative Crono an. Street Art auf Abrissflächen gebündelt in einem Projektzeitraum von einem Jahr. Insgesamt 16 Künstler aus ganz Europa bemalen/bemalten teilweise riesige Häuser. Einige dieser Häuser sind bereits wieder abgerissen, was den vergänglichen Charakter der Kunst zeigt, und von seiten der Veranstalter beabsichtigt wurde. Drei weitere entstehen in der letzten Projektphase, die Ende September abgeschlossen wird. Steht man vor den Häusern, ist der Eindruck atemberaubend. An einer sechsspurigen Straßen tauchen langsam vier aneinandergrenzende Häuser auf. Ein Krokodil, das einen Fisch fängt in knalligem Grün, durchbricht die vorherschenden Sandsteinfassaden. Der Künstler Blu, hat die Schornsteine miteinbezogen; aus ihnen Zacken einer Krone gemacht. Um die Ecke des Hauses schlängelt sich ein Strohhalm. Ein Arm greift durch die Fenster. Die ansässigen Geschäftsleute und Passanten trotten dahin, ohne den Blick zu heben. Oh Lissabon…

Zu Besuch bei Antonio Cosentino

Majo Ussat, Kreativnomaden

Nachdem wir schon eine Theaterwerkstatt und zwei Galerien besucht hatten, führte unser Weg in ein Atelier eines Istanbuler Künstlers. Die Füße schmerzten schon, waren wir seit gut 8 Stunden unterwegs, um das kulturelle Istanbul zu entdecken. Hier mal eben über die 8-spurige Straße, da dann runter links, nein rechts, die Treppen wieder hoch und noch zweimal rechts. Ca. 20 Minuten vom Taksimplatz entfernt, sind wir endlich angekommen. In einer kleinen Seitenstraße, das Nachbarhaus ist eher baufällig, die anderen unscheinbar, befindet sich ein kleines Ladengeschäft im unteren Stockwerk eines Reihenhauses. Antonio & Marcello steht an einer Schaufensterscheibe, klingt irgendwie nicht so türkisch, denke ich mir. Weiterlesen

Auf der Suche nach zeitgenössischem Theater in Istanbul

Katrin Bretschneider, Kreativnomaden

Die Theatertradition der Türkei ist mit der unseren nicht vergleichbar. Während in Westeuropa Autoren wie Shakespeare und Goethe das Theater als literarische Gattung neu etablierten und sich später die klassische Avantgarde des frühen 20 Jahrhunderts genau davon wieder befreite, kannte die Türkei vor allem mündlich überlieferte Formen und Formen ohne literarische Vorlagen (Story Telling, Schattentheater). Im Zuge der Modernisierung entstanden nach und nach Bühnen nach westlichem Vorbild, die aber  hauptsächlich bestehendes aus dem Westen aufgriffen. So gilt das DOT Theater, das vornehmlich Stücke von britischen Autoren der 90er Jahre im Programm hat, schon als ziemlich fortschrittlich. Um etwas zu finden, das einen offeneren Performance-Ansatz verfolgt, muss man etwas genauer hinschauen. Weiterlesen

mit Nihan Cetinkaya durch Istanbuls Galerieszene – DEPO Galerie und SALT Galerie

Katrin Bretschneider, Kreativnomaden

Als erstes führt uns  die zauberhafte Kuratorin Nihan Cetinkaya (die übrigens aussieht wie eine Mischung aus Björk und Audrey Tautou) ins DEPO. Untergebracht in einem ehemaligen Tabak-Depot mitten in Beyoglu ist die nicht kommerzielle Galerie Dreh- und Angelpunkt der der jungen politisch engagierten Kunstszene. Hier gibt es Ausstellungen, Werkstatträume, Platz für Meetings und Diskussionen sowie mehrere Büroplätze. Asena Günal heißt die Chefin und bezeichnenderweise ist sie von Haus aus Soziologin und hat erst in zweiter Linie mit Kunst zu tun. Weiterlesen